Neugestaltung im Herzen Neugrabens
Neugestaltung im Herzen Neugrabens
Wie lässt sich ein Stadtteilzentrum neu beleben, das bisher kaum zum Verweilen einlädt? Dieser Frage widmete sich das Bearbeitungsteam im Zuge einer umfassenden Neugestaltung vom Neugrabener Marktplatz und der Fußgängerzone – als Teil der integrierten Stadtteilentwicklung und gefördert durch das Hamburger Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung. Das Ziel: einen öffentlichen Raum schaffen, der soziale Teilhabe stärkt und vielfältige Nutzungen ermöglicht – in einem Quartier mit besonderen sozioökonomischen Herausforderungen. Die Maßnahmen waren Teil des Integrierten Entwicklungskonzepts (IEK) Zentrum Neugraben/Bahnhofssiedlung/Petershofsiedlung, das die Rolle des Zentrums als Versorgungs- und Wohnstandort im Hamburger Süderelberaum festigte und ausbaute.

Der rund 2.800 m² große Marktplatz sowie die etwa 6.200 m² umfassende Fußgängerzone Marktpassage mit den Querstraßen Groot Enn, Lütt Enn und Süderelbeweg wurden in ihrer Gestaltung grundlegend überarbeitet. Das Projekt führten wir im Auftrag des Bezirksamts Harburg und in Zusammenarbeit mit IDS Ingenieurpartnerschaft Diercks Schröder durch.
Öffentliche Räume für vielfältige Nutzungen
Zentraler Anspruch der Planung war die sozialraumorientierte Ausgestaltung des Zentrums: Der Platz und die Fußgängerzone sollten Aufenthaltsqualität bieten, Kommunikationsanlässe schaffen und Raum für vielfältige, auch temporäre Nutzungen bereitstellen. Um die Marktfläche mit den südlich angrenzenden öffentlichen Einrichtungen wie Kundenzentrum, Bücherhalle und Bäderland zu verknüpfen, setzten wir einheitliche Beläge ein und formulierten neue Raumkanten. Eine leichte Stufenanlage an der Südwestkante des Marktplatzes schafft räumliche Fassung und differenzierte Nutzungszonen – gleichzeitig bleibt der Zugang von allen Seiten barrierefrei.

Die Planung entwickelten wir in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteur:innen. Unter anderem stimmten wir die barrierefreie Gestaltung mit der Behindertenarbeitsgemeinschaft Harburg e.V. sowie mit Vertreter:innen des Seniorenbeirats ab. Dieses partizipative Vorgehen trug entscheidend dazu bei, dass die unterschiedlichen Bedarfe der späteren Nutzenden frühzeitig in die Planung integriert werden konnten.
Die Marktpassage erhielt eine zurückhaltende, lineare Gestaltung mit einem zentralen Funktionsstreifen, in dem Bäume und Sitzgelegenheiten untergebracht sind. Seitlich davon verlaufende Gehbereiche bleiben frei von Hindernissen. Auch innenstadtgeeignete Spielgeräte und eine überdachte Fahrradabstellanlage integrierten wir – ein Gewinn für verschiedene Nutzer:innengruppen von Familien über Senior:innen bis hin zu Radpendler:innen.
Langlebige Materialien und barrierefreie Mobilität
Die Auswahl robuster, wartungsarmer Materialien und die barrierefreie Gestaltung der gesamten Anlage waren zentrale Aspekte unserer Planung. Die neuen Beläge bestehen aus großformatigem Betonsteinpflaster, ergänzt durch Naturstein-Kleinpflaster an den Randzonen. Taktile Leitsysteme führen durch den Raum und bieten Orientierung für sehbehinderte Menschen. Der Baumbestand wurde größtenteils erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt. Die Baumstandorte strukturieren nicht nur den Raum, sondern leisten auch einen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas – insbesondere in Zeiten zunehmender Hitzebelastung.

Öffentliche Räume als soziale Infrastruktur
Die Umgestaltung von Marktplatz und Fußgängerzone in Neugraben zeigt exemplarisch, wie durch gezielte Maßnahmen sozialraumorientierter Planung aus funktional anspruchsvollen Orten lebendige, identitätsstiftende Räume entstehen können. In einer Zeit, in der soziale Teilhabe, Aufenthaltsqualität und quartiersbezogene Resilienz zentrale Themen der Stadtentwicklung sind, setzt das Projekt ein klares Zeichen: Öffentliche Räume sind mehr als Verkehrs- oder Handelsflächen – sie sind soziale Infrastruktur. Mit der Maßnahme wurde nicht nur die bauliche Qualität verbessert, sondern auch die soziale Dimension des Stadtraums gestärkt – im Sinne eines offenen, inklusiven und lebenswerten Stadtteils für alle Bewohner:innen Neugrabens.
Im Auftrag von:
Gefördert durch:

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