Vier Bausteine für ein lebenswertes Witzenhausen
Eine zukunftsfähige, barrierearme und lebenswerte Stadtmitte – das ist das Ziel der Umgestaltung der Witzenhäuser Innenstadt, die im Jahr 2022 startete. Sie erfolgt in vier ineinandergreifenden Teilprojekten: Mit dem Marktplatz, dem neuen Quartiersplatz an der Mühlstraße, dem revitalisierten Werraufer sowie der Fußgängerzone in der Altstadt werden zentrale städtische Räume neu gedacht, gestaltet und aufgewertet – zwischen Klimaanpassung, Renaturierung und Denkmalschutz. Grundlage bildet das integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das gezielt förderfähige Maßnahmenbündel im Sanierungsgebiet „Kernstadt“ identifiziert. Die einzelnen Projekte sind bewusst gestalterisch, funktional und atmosphärisch aufeinander abgestimmt und folgen einem roten Faden: dem Anspruch, innerstädtische Räume ökologisch, sozial und gestalterisch resilient aufzustellen.

Dabei ist und war die frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit ein wichtiger Bestandteil des Planungsprozesses. In unterschiedlichen Formaten wurden Anwohnende, lokale Akteur:innen und interessierte Bürger:innen beteiligt – etwa durch Informationsveranstaltungen oder Einzelgespräche. Die Rückmeldungen flossen in die Entwürfe ein und trugen dazu bei, bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln.
Marktplatz – Bühne des städtischen Lebens
Marktplatz – Bühne des städtischen Lebens
Als Startpunkt der Innenstadtsanierung wurde der große Marktplatz vollständig neugestaltet. Wir begleiteten die Umsetzung des prämierten Entwurfs vom Landschaftsarchitekturbüro Frank Reschke ab der Leistungsphase 6. Der gut 3.500m² zentrale Platz wurde mit hochwertigem Naturstein gepflastert, auf dem das Rathaus als städtisches „Schmuckstück“ zur Geltung kommt. Das anspruchsvoll geplante und verlegte Pflaster sorgt für eine durchgängige Barrierefreiheit und eine gestalterisch kohärente Platzstruktur. Sitzbänke, Spielkugeln und ein Wasserhüpfer bieten Aufenthaltsqualität für alle Generationen. Der reduzierte PKW-Verkehr und ein durchdachtes Ausstattungskonzept stärken den öffentlichen Raum als Ort des sozialen Miteinanders. Der bereits fertiggestellte Marktplatz bildet damit die funktionale und gestalterische Referenz für die anschließenden Maßnahmen.
Quartiersplatz Mühlstraße – Aufenthaltsraum statt Verkehrsfläche
Der verkehrsdominierte Kreuzungsbereich Mühlstraße, Gelsterstraße und Gartenstraße weicht einem neuen Quartiersplatz mit dessen Gestaltung wir beauftragt sind. Auf knapp 1000m² entsteht eine grüne Insel im dichten Gefüge der Altstadt. Hochwertige Pflanzkübel und Baumneupflanzungen mit optimierten Standorten fördern das Mikroklima. Die Möblierung lädt zum Verweilen ein. Der angrenzende öffentliche Raum vor dem Programmkino wird zum Treffpunkt mit Sitzgruppen für Freiluftveranstaltungen. Unsere Planung folgt dem Prinzip „blue green streets“ – Versickerung und Verdunstungskühlung werden durch eine intelligente Regenwasserführung in die Baumscheiben gefördert.

Werraufer – Natur erleben in der Stadt
Um die Flussaue als Naturraum wieder zugänglich zu machen, öffnen wir das Werraufer gestalterisch und werten es ökologisch auf. Im knapp 20.000m² großen Plangebiet erhöhen Flachwasserzonen, Uferabgrabungen und geplante Auwaldbereiche die Biodiversität und machen den Fluss für Bewohner:innen und Tourist:innen erlebbar. Ein barrierefreier Zugang über eine Rampe und ein neuer Wegeverlauf in der Aue stärken die Aufenthaltsqualität. Parallel sind ein temporäres Sommercafé, ein Bootsanleger und ein Pumptrack vorgesehen. Die Maßnahme verbindet Klimaanpassung, Renaturierung und Erholungspotenzial – ein Beispiel für die gelungene Integration ökologischer und sozialer Anforderungen in die Stadtentwicklung.
Fußgängerzone Ermschwerder Straße – barrierefrei, grün und belebt
Als Fortsetzung des Marktplatzes gleichen wir die Fußgängerzone gestalterisch an und werten sie funktional auf. Der neue Belag aus Granit im Diagonalverband verbindet sich mit der Materialität des Marktplatzes, die neue Möblierung greifen wir wieder auf. In einer klaren Zonierung entstehen Aufenthaltsbereiche mit Sitzgelegenheiten, Spielangeboten und Pflanzkübeln. Rankgerüste und Hochbeete bringen neue Grünstrukturen in den Straßenraum – ein Beitrag zur Klimaanpassung auch in schmalen Altstadtgassen. Trotz enger Platzverhältnisse verfolgen wir eine barrierefreie, generationengerechte Gestaltung mit Rücksicht auf die denkmalgeschützte Umgebung.
Stadtumbau als Beitrag zur Transformation
Das Umgestalten der Witzenhäuser Innenstadt steht beispielhaft für ein praxisnahes Umsetzen der großen Transformationsthemen: klimaresiliente Stadt, lebenswerte öffentliche Räume, Mobilitätswandel und Denkmalschutz. Sie zeigt, wie kleinteilige Maßnahmen ineinandergreifen können, wenn sie aus einem integrativen planerischen Verständnis heraus gedacht und realisiert werden. Durchgängig barrierefrei, grün, nutzungsvielfältig und gestalterisch hochwertig – so wird die Innenstadt von Witzenhausen zum zukunftsfähigen Begegnungsort.
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