Behutsame Sanierung eines bedeutsamen Kulturortes
Das Hamburger Produktionshaus Kampnagel gilt weltweit als renommiertes Zentrum für zeitgenössische Kunst unterschiedlicher Sparten. Pro Spielzeit erreicht es bis zu 200.000 Besuchende. Mit der umfassenden Sanierung der Kulturfabrik entsteht ein zukunftsweisendes Modell für kultursensible Stadtentwicklung. In enger Verzahnung mit der denkmalgerechten Transformation der Architekturen durch das Büro Lacaton & Vassal entwickeln wir das rund 11.700 m² große Freiraumensemble weiter. Der Grundsatz, der uns dabei leitet, lautet: keep, add, repair (belassen, bewahren, unterstützen). Das Projekt wird von der Stadt Hamburg finanziert und vom Bund bezuschusst.

Freiraum als Bühne für Transformation
Der ehemalige Industriestandort, an dem im 19. Jahrhundert Großmaschinen und Kräne produziert wurden, bietet großzügige Außenräume. Ein urbaner Garten, die Piazza und die Nähe zum Osterbekkanal prägen die Identität des Geländes ebenso wie die Bühnen im Inneren. Mit der Sanierung werden unter anderem Haus- und Veranstaltungstechnik modernisiert und es entstehen zwei zusätzliche Gebäude.

Im Zuge der baulichen Transformation verändern sich nicht nur Gebäude, sondern auch deren Beziehungen zueinander – und damit die Anforderungen an die Außenflächen. Die Freiraumplanung reflektiert diese Dynamik und setzt auf die behutsame Integration neuer Anforderungen in die gewachsenen Strukturen. Wir möchten die bestehenden Qualitäten dieses lebendigen, diversen Raums nicht nur sichern, sondern weiterentwickeln und zukunftsfähig machen.
Raum für Kultur, Konzept für Mobilität
Gemeinsam mit dem Verkehrsplanungsbüro 1komma2 entwickelten wir ein Mobilitätskonzept. Es bildet die funktionale Grundlage für eine Freiraumgestaltung, die den Wechsel zwischen Publikum, Künstler:innen, Technik und Logistik reibungslos ermöglicht. Eine neue Radinfrastruktur mit über 200 Fahrradstellplätzen und eine optimierte Wegeführung fördern eine zukunftsorientierte Mobilitätskultur.
Die Planung geht über DIN-Normen hinaus und denkt Inklusion als gleichwertige Teilhabe. So wird etwa die Rampe zur Haupterschließung für alle – ein bauliches Symbol für gesellschaftliche Öffnung. In enger Abstimmung mit Nutzer:innen, Stakeholdern und Akteur:innen vor Ort entsteht ein gestalterisch und funktional stimmiges Konzept, das dem Anspruch an einen offenen, vielfältigen Kulturort gerecht wird.


keep, add, repair
Das Projekt steht exemplarisch für eine Haltung, die Reparatur vor Abriss und Ersatz stellt. Wir schöpfen aus dem Potenzial des Bestandes und gehen sorgsam mit Ressourcen um: Oberflächen werden nur punktuell angepasst, Strukturen sichtbar repariert statt uniformiert, Qualitäten bewahrt statt überformt. Diese Haltung prägt die gestalterischen Entscheidungen und setzt ein Zeichen für nachhaltige, soziale und kulturelle Verantwortung im Stadtraum.
Im Auftrag von:

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