Eine neue Generation an Schulen
Mit der Berliner Schulbauoffensive reagiert die Hauptstadt auf den steigenden Bedarf an Schulplätzen. Im Fokus steht der beschleunigte Bau nachhaltiger, funktionaler und kindgerechter Lernorte. Ein zentrales Element dieser Offensive ist die neue Generation von Schulbauten in Holzmodulbauweise – die sogenannten HOCOMPs.
Das Projekt HOCOMPs (Holz-Compartmentschulen) umfasst die Entwicklung und Realisierung von neun Schulstandorten mit standardisierten, aber adaptierbaren Typenbauten aus Holz. Im gesamten Berliner Stadtgebiet entstehen innerhalb kürzester Zeit drei Grundschulen, sechs Integrierte Sekundarschulen und jeweils eine Sporthalle – neue Schulplätze für gut 5.000 Kinder und Jugendliche. Entworfen, geplant und gebaut wird das Projekt von einer Arbeitsgemeinschaft, bei der wir die Freiraumplanung übernehmen. Die Freianlagen sind eng auf die von NKBAK Architekten entworfene Holzarchitektur abgestimmt und bilden mit ihr eine funktionale, identitätsstiftende Einheit.

Planen & bauen im Takt
Planen & bauen im Takt
Trotz straffer Zeitvorgaben, anspruchsvoller Grundstückssituationen und einer Vielzahl an Projektbeteiligten entstanden in kurzer Zeit zwei übergeordnete Typenplanungen: eine für Grundschulen und eine weitere für integrierte Sekundarschulen – jeweils mit hoher gestalterischer und funktionaler Qualität sowie systemischer Übertragbarkeit.
Diese Typenplanungen bilden die Grundlage für die standortspezifische Implementierung. In einem strukturierten, mehrstufigen Prozess prüfen wir zunächst die Eignung des jeweiligen Grundstücks. Anschließend wählen wir aus der Typenplanung jene Inhalte aus, die für den jeweiligen Grundstückszuschnitt und die übergeordneten Bedarfe geeignet sind. Diese werden – unter Beibehaltung des gestalterischen und funktionalen Konzepts – in das Grundstück eingepasst und zur genehmigungsfähigen Planung ausgearbeitet.
Zentrales Organisationselement ist der 4-Monats-Takt: Im regelmäßigen Rhythmus wird alle vier Monate ein neuer Schulstandort bis zur Genehmigungsfähigkeit bearbeitet und übergeben. Diese Taktung erfordert eine hohe Prozessdisziplin, klare Schnittstellen und ein eingespieltes interdisziplinäres Team.
Die Freianlagenplanung erfolgt dabei stets in enger Abstimmung mit Hochbau, technischer Ausrüstung, Brandschutz und den zuständigen Bezirksämtern. Mit jedem Standort fließen Erfahrungen in den Gesamtprozess zurück – so entsteht ein lernendes System, das robust, effizient und gleichzeitig gestalterisch anspruchsvoll ist.


LERNLANDschaften: Räume, die mehr können
LERNLANDschaften: Räume, die mehr können
Das Entwurfskonzept der Freiräume steht unter dem pädagogisch zeitmäßen Leitbild „LERNLANDschaften“. Gemeint ist ein Schulhof, der nicht nur Pausenraum ist, sondern Lernraum, Bewegungsraum, Rückzugsraum – offen, wandelbar und naturnah. Die Freianlagen unterstützen selbstbestimmtes und kreatives Lernen und stärken die soziale Interaktion der Schüler:innen.
Besonders wichtig: Die Gestaltung ist nicht überreglementiert, sondern schafft mit vielseitig nutzbaren Elementen Raum für Eigeninitiative. Aufenthaltsqualität, übersichtliche Wege, viel Grün und gezielte Verschattung fördern ein positives Mikroklima und machen die Höfe zu Orten, an denen sich Kinder gerne aufhalten.

Schulhof der Zukunft: robust, grün und inklusiv
Die Freianlagen der HOCOMPs sind Teil eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts. Sie orientieren sich freiwillig an den Kriterien des BNB-Systems (Kategorie Silber) und setzen auf klimaresiliente Gestaltung: mit insektenfreundlichen Pflanzungen, Regenwassermanagement durch Zisternen und Versickerungsmulden, schattenspendenden Bäumen und robusten Materialien mit langer Lebensdauer.
Dabei berücksichtigen wir zirkuläre Materialkreisläufe ebenso wie Maßnahmen zur Biodiversitätsförderung – etwa durch Nistkästen und Wildstauden. Auch die Barrierefreiheit wird umfassend mitgedacht: nach dem Leitfaden „Design for All“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen entstehen Freiräume, die allen Nutzenden funktional und ästhetisch gerecht werden.
UNITY – mehr als eine Bank
UNITY – mehr als eine Bank
Im Zuge des HOCOMPs-Projekts entwickelten wir mit UNITY ein modulares Möbelsystem, das gezielt auf die Anforderungen offener, vielfältig nutzbarer Lernlandschaften eingeht. Die Bank ist nicht nur Sitzgelegenheit, sondern zugleich räumliches Element, das Orientierung schafft, Bewegung leitet und Begegnung ermöglicht.
Die facettenreiche Geometrie der UNITY-Module erlaubt eine flexible Kombination: Rückzugsorte, Kommunikationszonen oder grüne Inseln entstehen je nach Bedarf – innen wie außen. Besonders in offenen Lernorten entfaltet UNITY ihr volles Potenzial: als multifunktionaler, robuster und niederschwelliger Beitrag zur Raumcodierung. Die Gestaltung macht das Möbel zum aktiven Teil der pädagogischen Architektur.
In gemeinsamer Entwicklung mit dem Team des skandinavischen Ausstattungshersteller Vestre entstand so ein Element, das neue Wege des Miteinanders im schulischen Alltag eröffnet – modular, integrativ und klar im Ausdruck.
Ein Projekt mit System – und Haltung
Mit dem HOCOMP-Programm entsteht ein modulares Schulbaukonzept, das Typisierung nicht als Einschränkung, sondern als Chance versteht. Die standardisierten Module ermöglichen nicht nur eine schnelle Realisierung und kosteneffiziente Umsetzung, sondern schaffen auch architektonisch und landschaftlich hochwertige, nachhaltige Lernorte. Jede Schule fügt sich individuell in ihren Kontext ein. An jedem Standort wird aus dem Typ ein Unikat – durch die Freianlagen, durch partizipative Elemente, durch ortsspezifische Anpassungen. So wird aus einem Modellprojekt ein Leitbild: für kindgerechte, inspirierende Lernumgebungen, die trotz Standardisierung Vielfalt und Qualität ermöglichen.
Im Auftrag von:

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